Düsseldorf

Beileid am Grabe

„Von Beileidsbekundungen am Grabe bitten wir abzusehen?“

Diese Formulierung ist in vielen Todesanzeigen leider immer noch üblich. Dahinter verbirgt sich das Bedürfnis, in Schmerz, Trauer und Verzweiflung von Fragen, Neugierde, ungeschickten Bemerkungen etc. verschont zu bleiben. Das ist nur zu verständlich.

Dennoch möchten wir die Erfahrung weitergeben, dass das stumme, grußlose Vorbeigehen der Trauergemeinde an den Angehörigen die Situation am Grab erschwert und das Gefühl des Verlassenseins steigert.

Man wird hinterher alleine sein – und dies als ungerecht und bitter empfinden. Wer im Leid eine Mauer um sich zieht, darf sich später nicht wundern, wenn niemand diese Mauer überwindet und einreisst.

Unsere Empfehlung: Tröstende Worte und Gesten annehmen! Und Sie werden erleben, wie es Sie stärkt, mitfühlenden Menschen in die Augen zu sehen, Hände zu spüren, sich an Schultern anlehnen zu dürfen. Wir wünschen Ihnen viele Menschen an ihrer Seite, die „beim Leid“ stehen, die Ihnen gute Formen von „Mitleiden“ (Sympathie) zeigen können. Beim Leid – wie das Wort „Beileid“ ausdrückt – stehen, heisst Kraft haben, das Leid und den Schmerz mit auszuhalten.

Beileid – versagen Sie sich nicht selbst diese heilende Kraft!

error: Dieser Inhalt ist kopiergeschützt!