Kindern den Tod erklären

WZ / 13. November 2010

Trauer Eltern sollen beim Todesfall in der Familie offen über das Sterben reden. Gut gemeinte Floskeln verwirren Kinder und schüren Ängste.

Von Björn Larsen

Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag – im November ist das Thema Tod besonders nah. Viele Angehörigen besuchen die Düsseldorfer Friedhöfe, die Gräber von Verstorbenen. Den Verlust eines geliebten Menschen zu realisieren, ist nicht leicht, schon gar nicht für Kinder. „Wo ist die Oma? Kommt der Opa wieder?“ Die Fragen, die bei einem Todesfall auf Kinder einprasselt, sind schwer zu beantworten. Häufig versuchen Mütter, ihren Nachwuchs zu schützen – mit Floskeln wie „Oma ist eingeschlafen“ oder „auf einer langen Reise“. Gut gemeint. Doch viele verwirrt das nur.

Kinder sollen trauern können

Rheinische Post / 13. November 2010

Mit speziellen Seminaren hilft das Bestattungsunternehmen Frankenheim, Kinder den Tod von nahestechenden Menschen zu verarbeiten. Aber auch Erwachsene bekommen im Trauerkolleg Hilfe.

VON MICHAEL BROCKERHOFF

 

Gut gemeinte Umschreibungen für den Tod etwa der Oma helfen Kindern nicht, sondern schaden unter Umständen. „Es ist falsch zu sagen, dass Oma für immer eingeschlafen ist. Kinder können dann Angst vor dem Schlafen bekommen“, sagt Bestatter Claus Frankenheim. Auch das Sprechen von einer langen Reise schüre eher Ängste vor Urlaubsreisen. „Der Tod darf nicht vertuscht oder verleugnet werden“, sagt er. Damit sie die Erfahrung von Sterben und Tod verarbeiten können, seien die bewährten Trauerrituale hilfreich. Die können Kinder im Bestattungshaus Frankenheim  in speziell entwickelten Seminaren erfahren.

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